Wärmebild und Nachtsicht - Lernen Sie Ihr Revier neu kennen!
Nicht nur Jungjägern stellt sich bei der nächtlichen Jagd die Frage: Nachtsicht oder Wärmebild — was ist besser für die Jagd im Dunkeln geeignet?
Nicht nur Jungjägern stellt sich bei der nächtlichen Jagd die Frage: Nachtsicht oder Wärmebild — was ist besser für die Jagd im Dunkeln geeignet? Beide Geräte erlauben eine klare Sicht bei Dunkelheit und bieten dadurch dem Waidmann einen Vorteil gegenüber der Jagdbeute. Ob Nachtsicht oder Wärmebild — beide Geräte ermöglichen eine von Mondlicht und Wetter in gewissem Grade unabhängige Bejagung.
Bei der Wahl kommt es auf den Einsatzbereich an. Wer nicht nur die Wärmesignatur des Wildes sehen will, sondern ein scharfes Bild in bester Auflösung haben und Wild genau ansprechen möchte, der sollte ein Nachtsichtgerät wählen. Soll im Dickicht Wild beobachtet oder aufgespürt werden, ist das Wärmebildgerät ideal. Potenzielle Anwender prüfen vorher, welche Machart für sie die bessere ist.
Vor- und Nachteile von Wärmebild- und Nachtsichttechnik
Obwohl beide Technologien für die nächtliche Jagd geeignet sind, stellen sich Vor- und Nachteile wie folgt dar:
Wärmebild Vorteile
Schnelles Auffinden von Wild
Kontrastreiche Darstellung, die das Auffinden von Wild vereinfacht
Einsetzbar bei Tag und Nacht
Es werden keine weiteren Lichtquellen benötigt
Witterungsunabhängig
Leichter als viele Nachtsichtröhren
Wärmebild Nachteile
Hoher Energieverbrauch
Entfernungen sind schlecht einschätzbar
Erschwertes Ansprechen von Gehörnen und Wildkörper
Nicht alles zwischen Wild und Jäger kann wahrgenommen werden
Autoscheiben bleiben undurchsichtig
Nachtsicht Vorteile
Geringer Energieverbrauch
Detailgetreues Bild ohne Zeitverzögerung
Hervorragende Detailerkennung in Grün und Schwarzweiss
Geweih und Gehörn werden prompt angesprochen
Mittels Restlichtverstärker mit Elektroröhre ist das Einschiessen von Vorsatzgeräten unnötig
Nachtsicht Nachteile
Elektroröhre verliert bei Gebrauch an Leistung
Bauartbedingte Lebensdauer
Witterungsabhängig bei starkem Regen und Nebel
Ohne Restlicht kann kein Licht umgewandelt werden
Nur für den Nacht-Einsatz
Für jeden Einsatz das optimale Gerät
Nachtsichttechnik lässt sich technisch in drei Gruppen einteilen. Das sind Restlichtverstärker, die mit einem natürlichen Restlicht oder einem zusätzlichen Infrarot-Strahler funktionieren. Ferner Wärmebildtechnik, welche Aufnahmen anhand abgestrahlter Wärmeenergie ermöglichen und digitale Nachtsichttechnik mittels Bildsensor.
Nachtsicht oder Wärmebild — Ihre Entscheidung
Revier-Distanzen: Auf Kirrungen und mittleren Jagdentfernungen liegt die Leistung beider Technologien etwa gleichauf. Auf längeren Distanzen sind Röhren- oder Digital-Geräte der Wärmebildtechnologie vorzuziehen, da das Ansprechen damit sicherer ist.
Wetterbedingungen: Ist es im Jagdrevier öfters neblig, sollte das beim Kauf berücksichtigt werden. Hier wäre das Wärmebild besser geeignet.
Ansprechen und Bilddarstellung: Echtes Bild oder Wärmesignatur? Nachtsicht bietet ein reales Bild basierend auf Infrarot-Licht. Das Wärmebild überträgt Temperatur-Nuancen, die fürs Auge sichtbar, jedoch kein echtes Bild ist.
Wärmebild vs. Nachtsicht
Die Vorteile der Wärmebildtechnik liegen im einfachen Handling und dem geringen Gewicht. Die Wärmebildtechnologie braucht kein Restlicht. Um es für das menschliche Auge wahrnehmbar zu machen bedient es sich der Infrarotstrahlen. Auch bei schwierigen Lichtverhältnissen und bei Tag und Nacht ist das Ansprechen von Wild sowie Kitzrettung oder Nachsuche möglich. Für jagdlichen Aktivitäten ist eine Frequenz von mindestens 25 Hertz nötig. Die Wärmebildoptik beeinflussen die Objektivlinse, der Sensor (gängig sind 640 x 480 Pixel) und die Qualität des Bildschirms.
Heutzutage gibt es verschiedene Nachtsichtgeräte, wie von Pulsar oder HIKMICRO. Es gibt auch für kleines Geld einfache Geräte, die kaum für eine professionelle Anwendung geeignet sind. Gleich welches Gerät — es sollte unbedingt hochwertig sein. Natürlich müssen beim Kauf der Verwendungszweck und das Budget mit einbezogen werden.
Das Nachtsichtgerät funktioniert ähnlich dem menschlichen Auge. Trifft Lichtenergie auf ein Objekt und wird davon reflektiert, kann das Nachtsichtgerät samt Auge dies wahrnehmen. Daneben genügt dem Nachtsichtgerät das vorhandene Restlicht wie Mond, Sterne oder künstliche Lichtquellen.
Techniken
Röhre oder Digital: Der Jäger sieht beim Blick durch die digitaler Nachtsicht auf einen Monitor. Hierbei findet mittels Software eine Bildverarbeitung statt, dessen Darstellung einem realen Bild überaus nahekommt. Wer die Bildverarbeitung unterbinden und lediglich durch das Glas in Nacht blicken möchte, wählt Röhren-Nachtsicht. Um Nachtsicht zu erlauben nutzen beide Varianten Licht bis in Infrarot-Frequenzen (etwa 740 nm bis über 1,000 nm).
Unterschied Röhren- und Digital-Technik
Bildwandler-Röhren bilden die Gegend im Dunkeln mittels Infrarotstrahlung ab und benutzen dabei eine Technologie, die stetig perfektioniert wurde. Die Qualität wird speziell durch den Bildverstärker bestimmt. Qualitätsvolle Röhren können mit nur geringem Restlicht ein helles Bild mit starken Kontrasten erzeugen.
Innovative digitale Nachtsicht-Vorsatzgeräte setzen auf organische Leuchtdioden (OLED-Displays) mit mindestens 1,024 x 768 Bildpunkten. Sie funktionieren technisch ähnlich dem digitalen Fotoapparat. Ein halbleiterbasierter Bildsensor verwandelt eintreffendes Licht in ein elektronisches Signal. Dieses wird verarbeitet und auf dem Geräte-Monitor dargestellt. Hier spielen Auflösung, Monitor-Qualität und flüssige Verarbeitung des Bildes eine wesentliche Rolle. Der Jäger schaut durch die Zieloptik auf den Monitor:
Vorteil: verschiedene Einstellungsoptionen
Nachteil: evtl. Bildrauschen bei wenig Licht, minimale Bildverzögerung
Vorsatzgerät oder Nachsatzgerät
Achtung!: Bei Nachtsichttechnik stehen Vorsatz- und Nachsatzgeräte zur Verfügung. Bei Wärmebildtechnik gibt es nur Vorsatzgeräte.
Der Vorteil von Nachsatzgeräten ist die simple Montage, die einfache Bedienung und der günstigere Preis. Es gibt keine Trefferpunktabweichung, sodass keine Treffpunktkorrektur vorgenommen werden muss. Nachtsitzvorsatzgeräte sind zu empfehlen, wenn:
Bei der Jagd höchste Leistung auf hoher Distanz (Röhren-Nachtsicht-Vorsatzgerät) gewünscht ist
Jäger unkomplizierte Geräte für die Jagd in der Nacht suchen (folglich keine Digital-Technik verwenden möchten)
Der Wärmebildvorsatzes vereinfacht das Ausmachen des Wildes enorm.
Jagdlicher Einsatz in der Praxis
Wild lässt sich mit einem qualitätsvollen Wärmebildgerät leicht aufspüren. Heutzutage nutzt man zum Erkennen von Wild auch Thermalgeräte. Hier wird die von einem Sensor erfasste Wärmestrahlung eines Objektes in ein Bild auf ein Display umgewandelt. Das Ergebnis ist angenehmer als bei Verwendung von Restlichtverstärkern. Zudem ist das Wärmebild witterungsunabhängiger.
Beim Ansprechen von Wild haben Nachtsichtgeräte eindeutig die Nase vorn. Es lassen sich mehr Details wie Wildart, Jungtier, Alttier und Geschlechter erkennen. Mit Wärmebildtechnik kann man das Geweih nur im Bast ansprechen, da es keine Temperatur hat. Für den Jagderfolg ist eine Kombination aus Beobachtung (Wärmebild) und Ansprechen (Nachtsichtzielgerät) eine gute Wahl.
Rechtliche Lage
Für Jäger gilt das in der Schweiz gültige Waffengesetz sowie das Bundesgesetz über die Jagd sowie den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel. Den Kantonen steht das Jagdregal zu, welche im Rahmen der Kantonalen Jagdgesetze und dem Bundesgesetz Richtlinien, Verordnungen und weiteres regeln. Die einzelnen Kantone regeln die zur jagdliche Nutzung eingesetzten Nachtsichtzieloptiken selbst. Sie wenden als Rechtfertigungsgrund für die Verwendung verbotener Hilfsmittel zur Jagd die Wildschadensverhütung nach Art. 3 Abs. 1 lit. b der Jagdverordnung (JSV) an. Der Einsatz von Nachtsichtgeräten ist meist auf den Abschuss von Schwarzwild eingeschränkt. In manchen Kantonen auch für den Dachs.
Der Kauf von Nachtsicht- und Vorsatzgeräten ist genehmigungsfrei gestattet. In manchen Kantonen können Mitführen und Verwenden als Hand- und Beobachtungsgerät gestattet sein, in anderen werden sie untersagt. Generell haben Jäger dies selbst abzuklären. Das Montieren von Vorsatzgeräten mit Zieloptik zur Nutzung bei Jagd bedarf einer Ausnahmebewilligung.
Für ein Nachtzielgerät muss die jagdrechtliche und die waffenrechtliche Bewilligung beantragt werden. Obwohl der Umgang damit verboten ist (vgl. Art. 5 Abs. 2 lit. d WG), sehen einige Kantone eine Ausnahmebewilligung auch für Nachtzielgeräte vor.
Gute Sicht haben und behalten
In letzter Zeit haben Nachtsichtgeräte in der Jagd Akzeptanz gefunden. Ohne diese würde so mancher Waidmann des Abends den Fuss kaum vor die Tür setzen. Den Sauen käme das allzu gelegen. Mit Nachtsichttechnik wird in der Dunkelheit oder bei geringen Lichtverhältnissen die visuelle Wahrnehmung optimiert. Der Einsatz von Nachtsichttechnik fördert also die Waidgerechtigkeit beim Erlegen des Wildes. Korrektes Ansprechen und das Antragen des Schusses wirken sich somit hilfreich aus.