3 Tipps für mehr Erfolg bei der Schweissarbeit mit deinem Jagdhund
Wie Hugo ein zuverlässiger Wegbegleiter und erfolgreich auf der Fährte wurde
(Erfahrungsbericht)
Wer Jäger werden will, kommt früher oder später nicht drum herum, sich mit Jagdhunden zu beschäftigen. Spätestens wenn es zu einer Nachsuche kommt, wird mir immer wieder bewusst, welch tolle Arbeit unsere Vierbeiner im Stande sind zu leisten. Hugo ist mein erster Hund, den ich jagdlich führe und auf unserem Weg zu immer häufigeren Erfolgserlebnissen auf der roten Fährte konnten wir einiges lernen. Welche drei Punkte mir am meisten geholfen haben, erfahrt ihr hier.
1. Die richtigen Signale gepaart mit Ritualen
Rituale vereinfachen unser Leben, denn sie helfen uns, erwünschtes Verhalten gezielt bei unseren Hunden abzurufen. Die richtigen Signale können dabei in vielen Formen und Farben kommen und wer sich dessen bewusst ist, kann seinen Vierbeiner bestens auf jegliche Situationen vorbereiten. Denn alleine durch das verwenden des immer gleichen Schweissriemens und Geschirrs sowie der eigenen Kleidung, die ausschliesslich für Nachsuchen genutzt wird, kann dem Hund früh beigebracht werden, welches Verhalten in welchen Situationen verlangt wird. Zudem können Rituale, wie das regelmässige Ablegen des Hundes, während der Anschusskontrolle, die Vorfreude oder Spannung auf die bevorstehende Arbeit erhöhen.
2. Vertrauen stärken durch das richtige Einschätzen der eigenen Fähigkeiten
Wer glaubt, besser zu wissen, wo eine Fährte lang geht, als sein Hund, sollte seine Meinung hinterfragen und seinem Vierbeiner mehr Vertrauen schenken. Doch um dieses aufbauen zu können, braucht es viele gemeinsame Erfolgserlebnisse und seitens Hundeführer die Fähigkeit, seinen Hund lesen und dessen Verhalten deuten zu können. Hierbei hat mir persönlich geholfen, nach etlichen Kunstfährten im Training, den Hund anfangs ausschliesslich auf einfache, schweissreiche, sichere Totsuchen zur Fährte zu legen, um Erfolgserlebnisse zu fördern.
Um einzuschätzen, ob eine Nachsuche einfach oder schwierig werden wird, braucht es viel Wissen über die Anatomie unseres Wildes und auch Jagdpraxiserfahrung. So können Hinweise bereits am Anschuss auf z.B. Lauf- oder Äserschuss deuten. (Buchtipp: “Schuss und Anschuss” von Hubert Kapp, Stefan Mayer). Sicherlich sollte man nichts überstürzen und dem Hund zu schnell zu schwierige Fährten zumuten. Dies erzeugt auf allen Seiten nur Frust. Und nach den ersten erfolgreichen Totsuchen steht einer Steigerung des Schwierigkeitsgrades nichts mehr im Weg. Auch man selbst sollte dann das nötige Vertrauen aufgebaut haben. Denn meistens hat der Hund den besseren Riecher. Mein wichtigster Tipp für die Arbeit auf der Fährte: Markieren Sie jeden Tropfen Schweiss und jeden kleinsten Organ- oder Knochensplitter mit farbigem Markierungsband, um wenn nötig den Hund dort erneut anzusetzen.
3. Vorsorge ist besser als Nachsorge
Für mich war es essentiell, mich vor dem Einzug unseres Hundes Hugo, über die Gefahren, aber auch die Sicherheitsmassnahmen bei der Schweissarbeit zu informieren. So habe ich mich durch unzählige Bücher (Buchtipp: “Ausbildung und Fährte” von Stefan Mayer, Joachim Schweizer oder “Die Schweißarbeit” von Hans-Joachim Borngräber) gearbeitet und gezielt Rat bei Profis mit tausenden Nachsuchen im Erfahrungsschatz gesucht um Hugos Training von Anfang an richtig anzugehen und somit seinen Schutz und Jagderfolg möglichst zu gewährleisten.
Neben seiner Ausbildung habe ich mich aber auch um Schutzmassnahmen, wie ein Erste Hilfekurse gekümmert, die eine schnelle Erstversorgung im Ernstfall ermöglichen. Auch wenn ich Hugo vor jeder Jagd zuflüstere, dass er vorsichtig sein soll, kann es jederzeit zu leichteren oder schwerwiegenden Verletzungen kommen. Dessen sollte sich jeder Hundeführer bewusst und für den Ernstfall vorbereitet sein.
Ebenso wichtig ist die eigene Sicherheit auf der Nachsuche. Festes Schuhwerk, genauso wie eine Stichfeste Hose (bei wehrhaftem Wild), Handschuhe, Warnkleidung und ein “Erste Hilfe Set” sind wichtige Ausrüstungsgegenstände, die ich nicht mehr missen möchte, um Hugos und meine eigene Sicherheit in steilem Gelände oder tiefem Brombeerverhau bestmöglich zu gewährleisten.
Sollte der Hund zur Hatz geschnallt werden müssen, empfehle ich neben einem Hundeortungssystem eine Hundeweste in Warnfarben, falls die Hatz in Richtung einer Strasse gehen sollte. Bei Nachsuchen auf wehrhaftes Wild, rüste ich Hugo mit einer Sauenschutzweste aus, um ihn vor den gefährlichen Schlägen des Schwarzwilds zu schützen.
Wie erwähnt, ist Hugo mein erster Hund. Es gibt sicher viele andere Punkte, die ebenso essentiell für den Erfolg bei der Schweissarbeit sind und meine Meinung als Erstlingsführer ist gewiss nicht das Mass aller Dinge. Für mich haben diese drei Punkte allerdings einen Mehrwert in der Ausbildung und Praxis gebracht. Sie haben nicht nur Hugo und mir Sicherheit gegeben, sondern unsere Beziehung zueinander gestärkt, sodass ich gespannt in die Zukunft blicke und mich auf das freue, was da noch vor uns liegt.
Empfehlenswerte Ausrüstung die ich bei der Nachsuche nutze:
- Niggeloh Biothane Schweissriemen "Track"
- Jacke Swedteam "Dog Handler Nicco Pr"
- Hose PSS X-treme Protect Sauenschutzhose
- Bergstiefel Haix Nature Trace GTX Bergschuh
- Sauenschutzweste
- Hundeortung
- Markierungsband