Erste Hilfe für den Jagdhund - Ein Überblick Teil 1
Die Erste Hilfe für den Hund während oder nach einer Verletzung oder Erkrankung, die durch die Teilnahme an einer Jagd ausgelöst wurde, spielt früher oder später im Leben eines jeden Jägers oder einer Jägerin eine Rolle, die mit einem Hund arbeiten. Dabei ist nicht ausschlaggebend, welcher Rasse der Hund angehört und zu welchen Arbeiten er gezielt eingesetzt wird. Verletzungen oder Erkrankungen sind definitiv nie auszuschliessen, wann immer ein Hund arbeitet oder sich - wie es in der Natur der Jagdhunde liegt - während eines Jagdtages oder eines Besuches im Revier frei im Revier bewegen kann. Aus diesem Grund ist es wichtig, sowohl die grundlegenden Maßnahmen des Eigenschutzes zu kennen als auch zu wissen, wie man seinem Hund am besten helfen kann, wenn Erste Hilfe benötigt wird oder wo man diese im Ernstfall bekommt.
Worauf ist für den Helfer immer zu achten?
Grundlegende Massnahmen, auf die der Helfer oder die Helferin achten muss, der oder die einem verletzten Hund nach einem Unfall oder während einer Erkrankung nach der Jagd Erste Hilfe leistet, sind vor allem die Massnahmen des Eigenschutzes. Wie später noch in einem folgenden Text genau ausgeführt werden soll, reagieren kranke und verletzte Hunde unter Schmerzen eventuell völlig anders als gewohnt. Hier kann es also absolut wichtig sein, den Hund so zu sichern, dass man als Helfer oder Helferin nicht Opfer von Bissverletzungen oder Ähnlichem wird. Ein wichtiges Hilfsmittel wäre dabei die sogenannte Maulschlinge, auf die ebenfalls noch an verschiedenen Stellen eingegangen wird.
Was sollte immer in der Erste-Hilfe-Apotheke für den Jagdhund enthalten sein?
Keine Erste-Hilfe-Massnahme, aber ein absolut wichtiger Punkt, der nie vergessen werden sollte, ist die Apotheke für den Jagdhund, und zwar die, die mit auf die Jagd muss, nicht die im heimischen Badezimmer oder wo auch immer. Verletzt sich der Hund bei einem Jagdunfall oder kommt es durch den Aufenthalt im Revier zu gesundheitlichen Problemen beim Hund, kann direkt Erste Hilfe geleistet werden. Aus diesem Grund wird der Erste-Hilfe-Apotheke für den Jagdhund auch im folgenden Text ein besonderer Textabschnitt gewidmet, sodass nachgelesen werden kann, welche Hilfsmittel und Medikamente enthalten sein müssen, damit der Jagdtag oder der Ausflug ins Revier immer ein positives Erlebnis für Hund und Mensch sein kann.
Über welche Erste-Hilfe-Themen beim Jagdhund sollte jeder Jäger Bescheid wissen?
Jäger oder Jägerinnen, die mit einem Hund aktiv auf Jagd gehen, sollten immer Kenntnisse in Erste Hilfe haben, denn bei einer Jagd können Zwischenfälle nie ganz ausgeschlossen werden. Dabei spielt es auch keine Rolle, wie alt oder wie gut geschult ein Jagdhund ist, denn es gibt durchaus auch Situationen, die weder Hund noch Mensch zu vertreten haben oder die voraussehbar wären, die aber vorkommen und die Gesundheit des Tieres gefährden können. Daher ist es wichtig zu wissen, wie man sich selbst schützen kann, wenn man die Erstbehandlung an seinem Tier vornehmen muss oder will. Darüber hinaus spielt die oben erwähnte Erste-Hilfe-Apotheke für den Jagdhund eine große Rolle, auf die auch im Folgetext genauer eingegangen werden soll. Weitere wichtige Aspekte für Erste-Hilfe-Massnahmen sind darüber hinaus:
- Die Lagerung und der Transport verletzter Hunde
- Die sogenannten medizinischen Normwerte des Jagdhundes und in welchem Bereich sie liegen
- Die generelle Unfallverhütung und wie sie unterstützt werden kann
- Die Reaktion des Helfers im Notfall
- Welche Sofortmaßnahmen wann anzuwenden sind
- Welche Wiederbelebungsmassnahmen ergriffen werden können
- Welche weiteren - gezielten - Massnahmen und Untersuchungen nötig sein können und wie sie durchgeführt werden.
Darüber hinaus können noch Themen der Wundversorgung wichtig sein, auf die ebenfalls in einem weiteren Teil genauer eingegangen werden soll.
Darf der Tierarzt ins Revier gerufen werden?
Grundsätzlich darf selbstverständlich der Tierarzt ins Revier gerufen werden, was vor allem dann sinnvoll ist, wenn der Hund während der Jagd so verletzt wurde, dass eine Erste Hilfe am Jagdhund nicht alleine geleistet werden kann. Das wäre beispielsweise immer dann der Fall, wenn der Hund stabilisiert und auf einer Trage transportiert werden muss. Gerade bei grossen Hunden kann das schwierig sein, da diese entsprechend schwer sind und alleine von ihrem Herrchen oder Frauchen auf der Trage schlecht transportiert werden können. Hierzu sei noch angemerkt, dass man bei der Stabilisierung des Jagdhundes nach Unfällen oder Jagdunfällen die Hutablage des Autos – sofern sie stabil genug ist – oder aber ein Brett als Trage verwenden kann bzw. sogar verwenden sollte. Auf dieses Thema soll aber in einem weiteren Abschnitt noch genauer eingegangen werden. Wer also einen Jagdhund besitzt und zudem selbst aktiver Jäger oder aktive Jägerin ist, sollte am besten im Einzelfall klären, ob der Tierarzt bereit ist, ins Revier zu fahren oder nicht. Eine Verpflichtung besteht für den Veterinär natürlich nicht, allerdings ist eine Ablehnung keine gute Voraussetzung für eine Zusammenarbeit, sodass es sich empfiehlt, eine andere Praxis zu wählen, bei der dieser Service geboten wird. Immerhin kann das Leben des Vierbeiners von dieser Serviceleistung abhängen.
Wann ist Vorsicht geboten und können sich Erste-Hilfe-Massnahmen ausschließen?
Wie später noch ausführlich angesprochen werden soll, gibt es natürlich immer auch Ausschlusskriterien für gewisse Erste-Hilfe-Maßnahmen bzw. auch für die Eigenschutzmassnahmen des Helfers bei der Ersten Hilfe am Jagdhund. Diese greifen immer dann, wenn beispielsweise bestimmt Verletzungsmuster vorliegen, bei denen der bestimmte Selbstschutz für den Hund gefährlich werden oder sogar lebensbedrohlich sein kann. Hier ist besonders an die erwähnte Maulschlinge zu denken. Diese ist zwar wichtig für den Selbstschutz, kann aber zum Beispiel bei Atemnot oder Herz-Kreislauf-Problemen das Leben des Hundes gefährden. Hier läge ein solcher Fall vor, wo es ratsam ist, einen Tierarzt ins Revier zu bitten, damit dieser den Hund entsprechend sedieren und somit schmerzfrei zur Praxis oder in eine Tierklinik verbringen kann. Ein Fall, wo dies nötig wäre, sind Unfälle mit offenen Bauchwunden nach Bissen, Schlägen oder ähnliche Jagdunfälle.