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Jagdwaffen — Fabrikneu oder aus zweiter Hand

von Hauptner-Jagd
Jagdwaffen — Fabrikneu oder aus zweiter Hand

Bei jeder Anschaffung stellt sich die Frage: neu oder gebraucht kaufen. Das ist bei Jagdwaffen nicht anders.

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Bei jeder Anschaffung stellt sich die Frage: neu oder gebraucht kaufen. Das ist bei Jagdwaffen nicht anders. Für eine gute Repetierbüchse können Jäger schon mal locker um die 3.000 Schweizer Franken und mehr hinblättern. Da denkt ein mancher darüber nach, eine Gebrauchtwaffe zu kaufen. Doch wo liegen die Vor- und Nachteile und worauf sollte man hauptsächlich beim Kauf einer Gebrauchten achten.


Die Wahl der Waffe hängt von unterschiedlichen Faktoren wie dem Einsatzgebiet und der Wildart ab. Daneben von den individuellen Vorlieben und dem Budget. Die Jagdwaffe ist das wichtigste Handwerkszeug und gehört zur Grundausstattung des Jägers. Beim Kauf sollte der Waidmann darauf achten, dass sie gut in der Hand liegt. Denn das ist das essenziell für einen flüssigen Anschlag und sicheres Treffen. Inzwischen gibt es sogar Linksschützen-Jagdwaffen und spezielle Jagdwaffen für Frauen, zugeschnitten auf die weibliche Anatomie.


Jagdwaffenkauf — neu auf dem Markt? Gerade gut genug für mich


Für manche Jäger kommt nur eine nigelnagelneue Jagdwaffe infrage. Das kann häufig an einer favorisierten Marke wie etwa Blaser, Sauer, Merkel oder Capra liegen. Für erfahrene Waidgenossen ist die neue Jagdwaffe auch eine Frage der Reputation. Ausserdem befindet sich die Jagd im Wandel und was bis vor kurzem noch gut war, ist heute nur noch bedingt einsetzbar.


Überdies bleibt die Entwicklung bei Jagdwaffen nicht stehen und hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Hier müssen Jäger abwägen, ob kostbare Gravuren auf der gebrauchten Jagdwaffe tatsächlich wichtiger sind, als Zuverlässigkeit, Sicherheit und Funktionen. Es lässt sich natürlich beides miteinander vereinen — dies hat jedoch auch gebraucht noch seinen Preis.


Kostbare Sammlerstücke mit einzigartigen Gravuren etwa aus der deutschen Waffenschmiede Suhl haben lediglich einen ideellen Wert. Sie gehören nicht auf den Ansitz, sondern tadellos gesichert in eine Vitrine als gute Wertanlage.


Handspannung, Geradezugrepetierer und Leuchtabsehen sind Neuheiten, auf die viele Jäger heute in der Praxis nicht verzichten möchten. Daraus folgt, dass sie es hinnehmen, eine „seelenlose“, industriell gefertigte Jagdwaffe zu führen anstatt ein handgefertigtes Einzelstück.

Jagdwaffen in den besten Jahren


Ein Grossteil der Neujäger entscheidet sich für eine gebrauchte Jagdwaffe. Die Angebote an Gebrauchten sind immens und lukrative Schnäppchen sind verlockend. Häufig sieht man, dass sich Jungjäger für eine gebrauchte Repetierbüchse entscheiden, da diese für die meisten Jagdarten geeignet ist. Besonders für Ansitz- und Drückjagd.


Wenn Jäger eine Jagdwaffe beim Waffenfachhändler oder Büchsenmacher kaufen, ist davon auszugehen, dass die Schusswaffe überprüft wurde und in Ordnung ist. Beim Privatkauf ist mehrheitlich vor dem Verkauf die Waffe nicht auf den Prüfstand gekommen. Insofern muss der Käufer selbst einschätzen, ob die Jagdwaffe seinen Erwartungen entspricht. Dazu ist die Einschätzung speziell bei einigen Büchsen-Konstruktionen für Jäger schwierig, die sich nur beiläufig mit den technischen Fakten beschäftigen. Grundsätzlich ist auf den Zustand der Waffe, Funktionsfehler und Schussleistung zu achten.

Aufgepasst beim Gebraucht-Jagdwaffenkauf!


Gebrauchte Jagdwaffen sind günstiger, haben aber Abnutzungserscheinungen. Wenn diese im Rahmen liegen und dem Käufer nicht den Schweiss auf die Stirn treiben, mag es noch angehen.


Käufer von gebrauchten Jagdwaffen sollten sich darüber im Klaren sein, dass viele Schusswaffen dann verkauft werden, wenn sie nicht mehr zufriedenstellend funktionieren. Korrodierte Läufe sind durch mangelhafte Pflege an der Tagesordnung. Hier ist nur eine Inspektion des Laufs nach gründlicher Reinigung aussagekräftig. Bisweilen gibt es auch Probleme, die schon den Vorbesitzer wahnsinnig gemacht haben. Die Waffe schiesst zwar einwandfrei, gelegentlich bringt sie jedoch unerklärliche Ausreisser hervor.


Augen auf beim Kauf! Den Fokus auf Zustand der Waffe, Funktionsfehler und Schussleistung legen.


Zustand der Waffe — mehr als nur das äussere Erscheinungsbild


Der optische Zustand lässt Rückschlüsse auf die Lebensgeschichte der Waffe zu. Meist sieht man gleich, wie der Vorbesitzer mit der Waffe umgegangen ist. Die markantesten Merkmale sind verkratzte Linsen, abgegriffene Brünierung und ein lädierter Schaft. Schmutz und Rost zeigen, dass der Verkäufer wenig von Pflege hält. Schlechte Pflege beeinflusst aber die Funktionen und die Schussleistung. Beim Kauf kann ein Blick in die Laufbohrung der Repetierbüchse nicht schaden. Ablagerungen verschlechtern die Schusspräzision beträchtlich. Das Entfernen ist Hardcore-Arbeit, zeitaufwendig und intensiv. Die sensible Laufbohrung braucht ohnedies schon besondere Zuwendung.


Besondere Aufmerksamkeit ist ebenfalls dem Verschluss, der Sicherung und dem Abzug zu schenken. Der Verschluss muss sich rasch und ohne Verhakung schliessen und öffnen lassen. Die Sicherung darf im gesicherten Zustand bei kraftvoller Betätigung des Abzugs den Schlagbolzen nicht auslösen. Der Abzug sollte nicht zu leicht und nicht zu schwer sein, sonst ist es möglich, dass der Schuss verreisst.


Mangel am Schaft — passgenau und unversehrt


Der Schaft muss dem Schützen liegen. Schaft und Schaftholz, dass sich möglichst wenig verzieht, ist Voraussetzung für einen guten Schuss. Der Lauf muss bei der Schussabgabe im Schaft frei schwingen. Verzieht sich das Schaftholz, kann es zu Spannungen im System und folglich zu einer miserablen Schussleistung kommen. Ferner kann das aufgebrachte Zielfernrohr Mängel aufweisen, die den Kauf einer Jagdwaffe uninteressant machen könnten.


Schussleistung — das A und O einer gut funktionierenden Jagdwaffe

Wer bei einer gebrauchten Jagdwaffe keine bösen Überraschungen erleben möchte, sollte die Schussleistung auf dem Schiesstand prüfen. Für ein aussagekräftiges Schussbild sind fünf hintereinander folgende Schüsse nötig. Die Streuung sollte dabei nicht zu gross sein. Und die Hülsen sollten nicht zu starke Deformierungen aufweisen.

Jagdwaffenerwerb


Wer in der Schweiz eine Jagdwaffe erwerben möchte, muss 18 Jahre sein und einen guten Leumund besitzen. Kauf, Schenkung, Erbschaft, Miete, Tausch und Ausleihen werden in einem schriftlichen Vertrag geregelt und den kantonalen Behörden gemeldet. Jagdgewehre sind meldepflichtige Waffen.

Schlusswort zu einer gebrauchten Jagdwaffe


Wer eine gebrauchte Jagdwaffe kaufen möchte, hat mehrere Möglichkeiten. Die müheloseste ist, sich die Waffe anzusehen und bei Gefallen zu kaufen. Der „Schuss“ kann jedoch nach hinten losgehen, wenn dem Käufer gravierende Defizite nicht auffallen. Auch der gemeinsame Gang zum Schiessstand ist keine optimale Lösung. Seriöse Verkäufer gestatten bisweilen, dass der Käufer die Waffe von einem Büchsenmacher überprüfen lassen kann. Optimal ist eine Expertise der Jagdwaffe.

Kurzgefasst — die besten Jagdwaffen für Jungjäger


Welche Büchsenart passt zu den Bedürfnissen von Jungjägern? Repetierbüchsen sind die gängigsten Jagdwaffen. Sie überzeugen dadurch, dass in kurzer Zeit mehrere Schüsse aufeinanderfolgend abgegeben werden können. Dies gibt dem Jungjäger ein sicheres Gefühl, dass er bei einem möglichen Fehlschuss noch mal nachschiessen kann. Durch das höhere Gewicht der Waffe verwackelt der Schuss nicht so schnell.


Kipplaufbüchsen eignen sich für den Ansitz und zum Pirschen. Die Büchse lässt sich einfach zerlegen, sodass sie im Rucksack transportiert werden kann. Das Nachladen der Kipplaufbüchse erfolgt eher lautlos, die notwendige Körperbewegung ist jedoch auffälliger.


Kombinierte Waffen besitzen einen Schrot- und einen Büchsenlauf. Oder mehrere Büchsenläufe in verschiedenen Kalibern. Der grösste Vorteil ist, für jedes Wild eine passende Patrone greifbar zu haben. Ein Nachteil kann eine Verwechslung bei der Auswahl des Laufs sein.


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