Kostenloser Versand ab CHF 200.-

Erste Hilfe für den Jagdhund Teil 4

von Hauptner-Jagd
  • Jagdhunde
Erste Hilfe für den Jagdhund Teil 4

Wenn der eigene Jagdschein in der Tasche ist und ein vierbeiniger Helfer Einzug gehalten hat, ist die Freude meist gross.

Erste-Hilfe-für-den-Jagdhund-Beitragsbild.jpg

Sofortmassnahmen und Helferreaktionen im Notfall


Wenn der eigene Jagdschein in der Tasche ist und ein vierbeiniger Helfer Einzug gehalten hat, ist die Freude meist gross, doch ein eigener Jagdhund bringt nicht nur viel Freude in das eigene Zuhause und tatkräftige Unterstützung bei der Arbeit im Revier und auf der Jagd, sondern auch eine grosse Verantwortung für den Jäger oder die Jägerin mit sich. Gerade an Jagdtagen kann daher aber die eine oder andere Verletzung häufig nicht ausgeschlossen werden, denn natürlich sind die Vierbeiner oftmals ganz eifrig mitten im Geschehen mit dabei. Was zu tun ist, wenn es zu einem Unfall kommt, erfährst Du in unserem Blog und der Textreihe zur Ersten Hilfe für den Jagdhund.


Was muss immer mit auf die Jagd? Notfallpakete und Jagdhundapotheken!


Wie bereits in den vorherigen Beiträgen erwähnt wurde, ist der vielleicht wichtigste Aspekt die sogenannte Jagdhund-Apotheke bzw. das Notfallkit für den Hund bei der Jagd. Mit einer sinnvoll zusammengestellten Notfallapotheke können kleinere Verletzungen schnell und einfach behandelt werden. Es ist aber auch möglich, hier Erste Hilfe zu leisten, bis der Tierarzt eintrifft oder aber der Hund zur nächsten Praxis oder Tierklinik gebracht werden kann. Wie eine solche Jagdhundapotheke zusammenzustellen ist, erklärt sehr gerne jeder Tierarzt oder die eigene Apotheke des Vertrauens. Darüber hinaus bieten wir in Text 2 eine ausführliche Checkliste für eine solche Hundeapotheke bei der Jagd.


Die Reaktion des Helfers im Notfall


Wie bei jedem anderen Notfall auch gilt es Ruhe zu bewahren. Dies ist vor allem auch für den Hund wichtig, denn die Unruhe, Angst oder sonstige Gefühlslage des Herrchens oder Frauchens überträgt sich selbstverständlich auf den geliebten Vierbeiner und macht das Problem nicht besser. Darüber hinaus gilt es nach einer Verletzung bei der Jagd oder der Arbeit im Revier immer auch auf den Selbstschutz zu achten. Eine gute Idee ist es hier vor Beginn der Erste Hilfe - Massnahmen an den Selbstschutz zu denken, denn Hunde unter Schmerzen reagieren oftmals anders, als man das sonst von seinem Hund kennen würde. Die vielleicht bekannteste Option ist dabei die klassische Maulschlinge, allerdings sollte diese nur dann angewendet werden, wenn keine Verletzungen im Kopfbereich oder Herz-Kreislauf-Probleme dagegen sprechen. Entsprechende Ausführungen finden Interessenten in den vorangegangenen Textteilen, sodass hier auf weitere Ausführungen verzichtet werden soll. Als nächster Schritt sollte das Tier stabilisiert und der Tierarzt informiert werden, sofern es sich nicht nur um leichte Verletzungen handelt, die mit Hilfe der Jagdhundapotheke selbst behandelt werden können. Darüber hinaus sollte man auch für sich selbst Ruhe bewahren und wahrheitsgemäß auf evtl. Fragen des Tierarztes antworten. Gibt es eine Unfallstelle und befindet sich diese nicht mitten im Revier, sondern in öffentlichen Bereichen wie einer befahrenen Landstrasse, so muss diese selbstverständlich noch sachgemäss abgesperrt und gesichert werden.


Welche Sofortmaßnahmen sind wann anzuwenden?


Welche Sofortmassnahmen die jeweilige Erste Hilfe für den Jagdhund umfassen muss, ist natürlich vom individuellen Fall abhängig und kann von der Zufuhr von zusätzlichem Wasser bis hin zur Verständigung eines Notdienstes so ziemlich alles umfassen. Es empfiehlt sich daher immer, dass sich ein Jagdleiter bereits vor dem Jagdtag mit den nötigen Kontaktdaten der Notdienste versorgt, damit im Zweifelsfall auch Hilfe organisiert werden kann, falls ein Jäger oder eine Jägerin die Kontaktdaten des eigenen Tierarztes nicht bereit hat.


Darüber hinaus ist es aber wichtig, über die gängigen Sofortmaßnahmen Kenntnis zu haben, die durchgeführt werden können, bis der Tierarzt eintrifft. Dazu gehören:

  • Sofortmassnahmen bei Blutungen
  • Sofortmassnahmen bei Schock
  • Sofortmassnahmen bei Unfällen im Strassenverkehr
  • Sofortmassnahmen bei Verbrühungen oder Vebrennungen (auch wenn diese im Jagdalltag eher selten sind, dafür aber im häuslichen Bereich vorkommen können)
  • Sofortmassnahmen bei Erfrierungen oder Unterkühlungen
  • Sofortmassnahmen bei Hitzschlag
  • Sofortmassnahmen bei Krämpfen
  • Sofortmassnahmen bei Knochenbrüchen
  • Sofortmassnahmen bei der Aufnahme von Gift
  • Sofortmassnahmen zu Wiederbelebung


Zu diesen Sofortmassnahmen, die jeder Jäger und jede Jägerin grundlegend kennen sollte, kommen aber noch weitere Erste Hilfe - Massnahmen, die durchgeführt werden können. Zu diesen zählen:

  • Untersuchungen und Behandlungen im Bereich der Augen
  • Untersuchungen und Behandlungen im Bereich der Ohren
  • Untersuchungen und Behandlungen im Bereich der Nase
  • Untersuchungen und Behandlungen im Bereich der Schnautze
  • Untersuchungen und Behandlungen im Bereich des Brustkorbs
  • Untersuchungen und Behandlungen im Bereich des Bauches
  • Untersuchungen und Behandlungen im Bereich der Gliedmassen
  • Untersuchungen und Behandlungen im Bereich der Haut
  • Untersuchungen und Behandlung von Bisswunden


Darüber hinaus sollten Fremdkörper immer aus der Wunde entfernt werden. Vor allem grössere Fremdkörper gehören dabei immer in die Hände eines sachkundigen Tierarztes, da diese durchaus grössere Blutungen verursachen können, die im Revier nicht gestoppt werden könnten. Zudem sollten auch Bauchverletzungen oder Kopfverletzungen immer durch einen Tierarzt begutachtet werden.


Du bist unsicher? Wo bekommst Du schnelle Hilfe?


Du bist trotzdem unsicher und hast Bedenken, die Erste Hilfe am Hund selbst durchzuführen? Das ist verständlich und sollte an sich auch kein Problem sein. An Jagdtagen findest Du häufig tatkräftige Unterstützung bei "gestandenen" Jägern, die so schnell vielleicht nichts mehr aus der Fassung bringt. Darüber hinaus kann es sinnvoll sein, bereits bei der Auswahl der Tierarztpraxis, die den Hund generell betreut, darauf Wert zu legen, dass der betreffende Tierarzt auch Hausbesuche und Revierbesuche durchführt. In der Regel wird dies zwar der Fall sein, trotzdem empfiehlt sich hier die vorherige Nachfrage und am besten auch die Unterzeichnung einer schriftlichen Bereitschaftserklärung, damit im Bedarfsfall dieser Service auch erbracht wird. Gleichzeitig haben Jäger hier auch den Vorteil, dass der Hund optimal transportiert und versorgt werden kann, was im Alleingang und ohne zweite Person oftmals schwierig ist. Hier sei nur an den sachgerechten Transport bei inneren Verletzungen oder Knochenbrüchen zu denken. Kurz und gut: Eine professionelle Erste Hilfe lässt sich zu zweit immer besser gewährleisten als alleine.


Im Beitrag verwendet