Revierjagd - Morgen- oder Abendansitz
- Wild & Revier
Morgens, wenn ein neuer Tag anbricht, die Ruhe im Wald zu geniessen und die Sonne langsam aufgehen zu sehen - das ist für viele Jäger eines der Highlights während der Revierjagd.
Morgens, wenn ein neuer Tag anbricht, die Ruhe im Wald zu geniessen und die Sonne langsam aufgehen zu sehen - das ist für viele Jäger eines der Highlights während der Revierjagd. Der Morgenansitz erfordert natürlich frühes Aufstehen, noch lange vor der Dämmerung - doch dann ist die beste Zeit für ein erfolgreiches Jagderlebnis. Aber auch abends, wenn die Sonne langsam untergeht und der Tag sich dem Ende zuneigt, schätzen viele Jäger die Ruhe des Waldes. Beide Tageszeiten bringen Vorteile mit sich.
Fest steht, dass der morgendliche Ansitz im Sommer sich deutlich von dem in den Wintermonaten unterscheidet: Während es in den Sommermonaten bis spät abends hell ist und die Sonne sehr früh aufgeht, ist es im Winter andersherum. Hier stellt man sich die Frage: Welche Tageszeit bringt mehr Erfolg mit sich? Bis heute diskutieren viele Jäger darüber - ohne eindeutiges Ergebnis. Denn es gibt viele Faktoren, die mitbestimmen, wann die Revierjagd am erfolgversprechendsten ist. Nicht nur die individuellen Verhältnisse im Revier und das Verhalten des Wildes vor Ort, sondern auch die persönlichen Vorlieben des Jägers müssen dabei berücksichtigt werden. Es kommt sicherlich auch darauf an, ob man selbst eher ein Frühaufsteher oder eine Nachteule ist - nicht jeder Jäger ist zur selben Tageszeit am konzentriertesten. Und auf Konzentration kommt es nun mal beim Ansitzen ganz besonders an.
Nicht ganz unwichtig ist in diesem Zusammenhang natürlich auch der restliche Tagesablauf: Ist man beruflich bereits früh eingespannt, kommt man meist erst abends zum gemütlichen Ansitzen im Revier. Wer dagegen spät beginnt, der hat gute Chancen, am frühen Morgen Wild zu erlegen, zu bergen und anschließend noch zu versorgen, ehe er mit der eigentlichen Arbeit beginnt. Dennoch ist der Tag in diesem Fall natürlich besonders lang, das ist nicht von der Hand zu weisen.
Die meisten Jäger wählen den Abend für die Ansitzjagd
Tatsächlich wählen die meisten Jäger in der Schweiz eher den Nachtansitz, da er für gewöhnlich besser in den Tagesablauf zu integrieren ist. Dazu kommen noch weitere Vorteile: Man kann sich bei gutem Licht einen passenden Platz wählen, ehe das Wild schon unterwegs ist. Der Jäger hat bei Tageslicht noch einen guten Überblick und kann sich leise zu seinem Ansitzort begeben - die Chance, durch schlechte Sicht über Hindernisse zu stolpern und dabei Lärm zu erzeugen, reduziert sich dadurch entsprechend.
Allgemein setzt sich das Wild im Laufe des Tages, kurz vor Anbruch der Abenddämmerung in Bewegung, um sich auf die Suche nach Nahrung zu machen. Hat der Jäger dann bereits den richtigen Platz zum Ansitzen eingenommen, hat er gute Chancen auf ein erfolgreiches Ergebnis. Mit entsprechender Sorgfalt und Vorsicht vorbereitet, kann er sich im Nachhinein auch wieder unentdeckt vom Ansitz wegbewegen und den Wald störungsfrei dem Wild überlassen.
Ansitzjagd bei Tagesanbruch: Auch das morgendliche Jagen bringt Vorteile mit sich
So sehr der abendliche Ansitz von einem Grossteil der Jäger auch geschätzt wird, so beliebt ist auch der Morgen - und das hat gute Gründe. «Ins Licht zu jagen» ist etwas, das jeder Jäger zumindest einmal bei der Ansitzjagd für sich ausprobieren sollte, denn hier verhält sich sowohl das Wild als auch die Situation im Wald ganz anders als am Abend. Der Ansitz beginnt, wenn es noch dunkel ist - nach und nach wird es heller, ohne dass man - wie am Abend - stetig die Uhr und den Sonnenstand im Nacken hat, denn der Tag beginnt gerade erst. Mit jeder Minute verbessert sich die Sicht im Wald und die Chancen sind hoch, in der ungetrübten Morgenruhe bereits auf der Pirsch Wild zu entdecken. Sofern der Weg zum Ansitz nicht über eine gut einsehbare Fläche führt, genügt es, bei Beginn der Dämmerung mit der Ansitzjagd zu beginnen. Dann lässt sich der Weg gut erkennen, man kann sich noch ohne Lärm zu erzeugen nähern und kann umgehend reagieren, sofern Wild den Weg kreuzt oder in der Ferne auftaucht.
Für gewöhnlich stillt das Wild seinen Hunger bereits in den sehr frühen Morgenstunden und begibt sich dann gemächlich zurück an seinen bevorzugten Ort zum Entspannen. Die Tiere sind ruhig, bewegen sich gemächlich und verhalten sich ruhig. Wenn es zu einem Schuss kommt, lässt sich der nächste Schuss leichter durchführen, sofern das Tier noch flüchtet. Die Nachsuche gestaltet sich bei zunehmendem Tageslicht deutlich einfacher als in der Abenddämmerung. Auch Schweiss- und Totfährten können einfacher gelesen werden. Ein Anschneiden oder Verhitzen, das besonders nachts oft der Fall ist, fällt tagsüber eher aus.
Ansitz am Wochenende: Den besten Zeitpunkt für die Revierjagd selbst wählen
Es ist sicherlich nicht ganz unwichtig, wie es mit den individuellen Verhältnissen im jeweiligen Revier aussieht, um sich für die richtige Tageszeit für den Ansitz zu entscheiden. Egal, ob das Gelände eben, hügelig oder sehr gebirgig ist - es muss berücksichtigt werden, wann und wie man am einfachsten zum Ansitzort gelangt und ob es auf dem Weg dahin Störungen gibt. Auch die Frequentierung spielt eine Rolle: Sind abends viele Radfahrer, Mountainbiker oder Wanderer unterwegs, kann es besser sein, sich am frühen Morgen ins Revier zu begeben.
Insbesondere am Wochenende können Jäger, die unter der Woche ihrem normalen Beruf nachgehen, selbst wählen, ob sie lieber den Morgen oder den Abend für die Ansitzjagd nutzen. Fest steht, dass beides seinen Reiz und seine Vor- und Nachteile hat. Es ist somit am besten, sich selbst situations- und revierbedingt zu entscheiden. Wer sich als Jäger nicht mit einem abendlichen Ansitz anfreunden kann, wird dies auch nach mehrmaligen Versuchen meist nicht weiter tun. Hier ist es am besten, seinem eigenen Instinkt zu folgen - schlisslich kommt es am Ende nur auf den Jagderfolg sowie natürlich auf den Spass an der Ansitzjagd an.