Hölzer und deren Brennwerte
- Wild & Revier
Wenn es in den Herbstmonaten kühl wird, sehnen sich die meisten Menschen vor allem nach Wärme und Gemütlichkeit im eigenen Zuhause.
Wenn es in den Herbstmonaten kühl wird, sehnen sich die meisten Menschen vor allem nach Wärme und Gemütlichkeit im eigenen Zuhause. Und was könnte im Winter gemütlicher sein, als vor dem knisternden Kaminfeuer oder Ofen zu sitzen und die wohlige Wärme zu genießen: Wer den Kamin oder Ofen mit Brennholz anfeuert, heizt sowohl auf natürliche als auch auf klimaneutrale Weise.
Die Ofen- und Kamin Industrie fokussiert sich in der jüngsten Zeit besonders auf Holz, wenn es um Brennstoffe geht. Dennoch eignen sich nicht alle Arten von Hölzern gleichermaßen zum Heizen: Deutliche Unterschiede zeigen sich zum Beispiel beim Brennwert, den jeweiligen Holzarten oder bei ihrem Brennverhalten. Für die Feuerschale oder den Grill können bestimmte Holzarten besser geeignet sein als für den Kachelofen oder den Kamin. Alles Wichtige zum Thema stellen wir Ihnen daher nachfolgend genauer vor.
Heizwert und Brennwert - was ist der Unterschied?
Häufig werden die beiden Begriffe Heizwert und Brennwert synonym verwendet - allerdings gibt es durchaus Unterschiede. So bezeichnet der Brennwert die sogenannte thermische Energie, die beispielsweise Holz, Kohle oder Papier - oder auch flüssige Stoffe wie Erdöl oder Benzin sowie Gase wie Propan oder Methan - bei der vollständigen Verbrennung erzielen kann. Dazu zählt auch die Wärme, die in den Abgasen gebunden wird. Moderne Heizsysteme sind mit einer Brennwerttechnik ausgestattet, welche diese Abgas-Energie effektiv nutzt und aus ihr Wärme gewinnt. Dadurch lässt sich ein enorm hoher Wirkungsgrad erzielen.
Beim Heizwert wird diese Abwärme allerdings nicht berücksichtigt, denn er wird ausschließlich aus der Wärmeenergie der Brennstoffe berechnet. Bei Holz beträgt dieser rund zehn Prozent weniger als der Brennwert. Der Heizwert von einem Brennstoff lässt sich nicht spekulativ ermitteln - hier werden spezielle Näherungsformeln zur Kalkulation genutzt. Übrigens: Der Heiz- und Brennwert bei Brennholz wird in der Regel in der Maßeinheit Kilowattstunde je Raummeter KwH/rm) angegeben.
Die einzelnen Holzarten brennen nicht alle gleich gut
Prinzipiell lassen sich alle heimischen Hölzer als Brennholz nutzen. Sieht man allerdings etwas genauer hin, zeigt sich bei einem Vergleich recht schnell, dass nicht alle Hölzer gleich gut brennen. Wer einen Kachelofen oder Kamin besitzt, verwendet am besten Harthölzer wie Ahorn, Kirsche, Robinie, Buche oder Esche als Brennmaterial. Sie weisen die höchsten Brennwerte auf - das Holz brennt lange und beständig. Auf diese Weise ist eine gleichmäßige Wärmeabgabe gewährleistet und die Räume werden nachhaltig beheizt. Wichtig ist allerdings zu wissen, dass diese Holzarten auch ein höheres Gewicht aufweisen und damit nicht so leicht zu transportieren sind wie andere Hölzer. Bei Eiche als Hartholz muss darüber hinaus berücksichtigt werden, dass es Gerbsäuren enthält, welche sich während der Kondensation des Wasserdampfs in den Abgasen an den Schornsteinwänden niederlassen und so zur Versottung führen.
Nadelholzarten wie Fichte, Kiefer oder Tanne sind preiswerter als Harthölzer, enthalten aber dafür relativ viel Harz. Das kann Funkenflug begünstigen - aus diesem Grund sollten sie ausschließlich in geschlossenen Anlagen zum Einsatz kommen. Ebenfalls wird der Ofen durch das Verbrennen des Harzes verrußt, was unschöne Rückstände hinterlässt und den Reinigungsaufwand deutlich erhöht.
Bezüglich der Brenndauer liegt das Hartholz auch hier vorne, allerdings lassen sich die genannten Holzarten hervorragend spalten und entzünden - so sind sie bestens als Anfeuerhölzer geeignet. Weiche Hölzer, wie zum Beispiel Erle, Pappel, Linde oder Weide, weisen einen sehr geringen Brennwert auf und eignen sich daher kaum zum Heizen. Besitzen Sie einen offenen Kamin, ist dagegen Birkenholz ideal, sofern dieses vollständig durchgetrocknet ist. Dann entsteht kaum Funkenflug und die Hölzer brennen besonders gleichmäßig mit einer leicht blauen Flamme ab.
Die genauen Brennwerte im Vergleich
Nachfolgend stellen wir die jeweiligen durchschnittlichen Brennwerte verschiedener Holzarten vor. Die Angaben sind jeweils in kwH/rm angegeben.
Ganz klar liegt Eichenholz mit etwa 2.100 kwH beim Brennwert vor anderen Holzarten. Dennoch sollte auch beachtet werden, dass dieses Holz auch am längsten Zeit braucht, um ausreichend zu trocknen. Dann eignet es sich jedoch bestens als hochwertiges Brennholz. Ähnliche Werte weisen auch Esche, Robinie und Buche auf.
Knapp dahinter folgt Kastanienholz, das immerhin noch einen Brennwert von 2.000 kWh/rm erreicht. Auch Birke, Ulme und Ahorn weisen mit einem Brennwert von 1.900 kWh/rm gute Werte auf.
Möchten Sie Ihren Kamin im Winter mit Nadelhölzern befeuern, entscheiden Sie sich am besten für Douglasie, Kiefer oder Lärche - sie liefern mit rund 1.700 kWh/rm noch genügend Wärmeenergie. Die geringsten Werte bieten übrigens Pappel, Tanne und Weide - hier beträgt der Brennwert lediglich 1.400 kWh/rm.
Je trockener das Holz, desto besser der Heizwert
Wichtig ist beim Heizen, ausschließlich möglichst gut durchgetrocknete Hölzer zu verwenden. Weil bei feuchtem Holz eine größere Menge an Energie benötigt wird, damit das im Holz vorhandene Wasser verdampfen kann, reduziert sich der Heizwert bei einem höheren Gehalt an Feuchtigkeit. Brennholz, das frisch aus dem Wald kommt, weist noch einen Wasseranteil von fast 50 % auf - sommertrockene Hölzer kommen immerhin noch auf rund 30 %. Daher sollte darauf geachtet werden, frisches Holz aus dem Wald ausreichend lange zu lagern. Weil der Verlust an Heizwert bei Feuchtigkeit für alle Holzarten gilt, kommt es besonders auf die richtige Trocknung und Lagerung des Holzes an, ehe es im Kamin verbrannt wird. Wir empfehlen hierfür den Einsatz eines Holzfeuchtemessers, mit dem sich der Feuchtigkeitsgehalt in wenigen Sekunden bestimmen lässt.