Die Jagdausbildung in der Schweiz
- Jagdausbildung
Die Ausbildung zum Jäger ist je nach Kanton unterschiedlich. Geregelt wird sie durch das „Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz der wildlebenden Säugetiere und Vögel“.
Die Ausbildung zum Jäger ist je nach Kanton unterschiedlich. Geregelt wird sie durch das „Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz der wildlebenden Säugetiere und Vögel“. Die kantonalen Jagdbehörden sind für die Umsetzung der Jagdausbildung verantwortlich.
Wer kann sich anmelden und wie erfolgt die Anmeldung?
Die Jagdausbildung steht allen offen, die zum Jäger wollen werden, sich für die Natur interessieren und für die Schweizer Tierwelt. Das Mindestalter für die Jagdprüfung liegt bei 18 Jahren, in manchen Kantonen kann es höher liegen. Der Anmeldezeitraum kann ebenfalls variieren und liegt in den meisten Fällen Monate vor dem Beginn der Ausbildungszeit. In der Regel stellen die Kantone ein Anmeldeformular bereit, welches ausgefüllt, mit einem Foto versehen und zusammen mit einem Strafregisterauszug an die örtliche Stelle versendet wird.
Wie erfolgt die Ausbildung?
Die Jagdausbildung besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Dazu gehört die Ausbildung an der Jagdwaffe. Werdende Jäger können dafür ihre eigene Jagdwaffe mitbringen oder sich eine leihen. Der Umgang mit dem Gewehr wird in Schiessanlagen und Schiessplätzen geübt. Die Schiessprüfung ist eine der zu absolvierenden Prüfungen in der Jagdausbildung. Dabei wird nicht nur eine hohe Treffsicherheit abverlangt, es geht auch um die Waffenhandhabung, also um den sicheren und verantwortungsbewussten Umgang mit dem Gewehr.
Teil der Ausbildung sind auch verschiedene rein theoretische Module. Als einheitliches Basislehrmittel dient dabei das Buch „Jagen in der Schweiz“. Zum Lehrstoff gehören das Wissen um die verschiedenen Tierarten und Jagdmethoden. Die genauen Lehrinhalte sind je nach Kanton und Region unterschiedlich, da nicht jede Region der Schweiz dieselbe Vielfalt an Tierarten und Pflanzen aufweist.
Nach dem Abschluss der Theorie- und Schiessprüfung erfolgt eine Lernzeit im Jagdrevier. Hier folgen Anwärter ausgebildeten Jägern auf ihren Streifzügen durch die Natur, lernen von ihnen das Handwerk und von ihrer Erfahrung. Anwärter nehmen nicht nur an der Jagd teil, sie leisten auch Hegearbeit, schützen also die Lebensgrundlage der Tiere im Jagdrevier, einschliesslich der Tiere, die nicht gejagt werden.
Wo findet die Ausbildung statt?
Je nach Kanton können die örtlichen Jagdschulen in privater Hand, die örtlichen Jagdverbände oder die kantonale Verwaltung für die Jagdausbildung und die Abnahme der Prüfung verantwortlich sein. Ausbildungsorte umfassen Schiessanlagen und Schiessplätze, Naturmuseen oder landwirtschaftliche Zentren in verschiedenen Orten des Kantons. Darüber hinaus findet die praktische Jagdausbildung im Freien und in der Natur statt, indem die Jungjäger Hegearbeit verrichten und erfahrene Jäger begleiten. Gelegentlich werden auch Online-Kurse für den theoretischen Teil angeboten.
Wie lange dauert die Ausbildung?
In der Regel dauert die Lehre zwischen 1,5 und 2 Jahre. Unter Umständen lassen sich Pausen einlegen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder in den Lehrgang einsteigen. Innerhalb dieser Zeit legt der Anwärter die praktischen und die theoretischen Module ab. Anschliessend kann der Anwärter die Jagdprüfung ablegen. Anwärter werden damit jagdberechtigte Personen und sind zur Jagd zugelassen. Nach weiteren zwei Jahren lässt sich die Jagdaufseherprüfung ablegen, um die Jagdaufsicht in einem Jagdrevier übernehmen zu können.
Was kostet die Jagdausbildung?
Die Kosten für die Jagdausbildung schwanken je nach Kanton, betragen in der Regel aber um die 1'500 Franken. Diese Summe umfasst die Gebühren für die Jagdausbildung und die jeweiligen Prüfungen, allerdings nicht die Ausgaben für die Jagdwaffe und Munition. Diese muss der Anwärter selber bezahlen.