Revierarbeiten im Jahresverlauf

Von Hauptner-Jagd
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Mit dem Jagdschein und dem Recht zur Jagd gehen zu dürfen, ist die sogenannte Hegepflicht eng verbunden. Ziel der Hegearbeiten oder Revierarbeiten ist es, einen artenreichen sowie gesunden Wildbestand im Revier zu erhalten. Dieser soll auf die Verhältnisse der Landschaft und der vor Ort herrschenden Kultur angepasst sein. Die Lebensgrundlagen des Wildes im Revier müssen vom Menschen gepflegt und gesichert werden. Diese Arbeiten übernimmt der Jäger, der Eigentümer des Waldes oder der Förster.


In einem Jagdrevier fallen im Verlauf des Jahres die unterschiedlichsten Arbeiten an. Für einen Jäger gibt es also auch ausserhalb der Jagdsaison viel zu tun im Wald. Alle Tätigkeiten, die nicht direkt mit der Jagd und dem Erlegen des Tieres zusammenhängen, werden als Revierarbeit bezeichnet. Die Revierpflege umfasst also das Planen, Schaffen und Pflegen von unterschiedlichen Massnahmen. Diese dienen der Lebensraumgestaltung für die Tiere. Sie kommt dem Wild, der Natur im Allgemeinen und dem Jäger selbst im Hinblick auf die nächste Jagd zugute.


Die verschiedenen Arbeiten bei der Revierpflege

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Welche Arbeiten bei der Revierpflege anfallen, ist unterschiedlich. Einige stehen im engen Zusammenhang mit dem Wetter. Findet das Wild im Winter genügend Nahrung? Andere Dinge, die im Laufe des Jahres bei der Revierpflege erledigt werden müssen, hängen mehr mit der kommenden Jagd als mit den Tieren selbst zusammen. 


Bei der Überlegung, was alles erledigt werden muss, ist es hilfreich, auf die Jagd im vergangenen Jahr zurückzublicken. Dazu zählen etwa die Reparatur und die Pflege der Hochsitze. Es ist darauf zu achten, ob das Sichtfeld von der Kanzel frei ist oder ob einzelne Äste der Bäume zurückgeschnitten werden müssen. Natürlich ist es unerlässlich, die verschiedenen Hochsitze im Revier zu kontrollieren und wenn nötig Hand anzulegen. Wichtig ist aber auch, sich darüber Gedanken zu machen, an welchen Stellen sich die Tiere im Moment aufhalten und wo sie sich zur Jagdzeit aufgehalten haben. So können bereits erste Weichen für eine erfolgreiche Jagd im laufenden Jahr gestellt werden.


Revierpflege im Verlauf des Jahres

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Ist die Jagdzeit vorbei, beginnt die Zeit der Revierpflege. In strengen Wintern kann es vorkommen, dass nicht mehr genug Futter vorhanden ist. Wenn also Schnee liegt und die natürliche Winteräsung nicht ausreichend gegeben ist, müssen Fütterungen kontrolliert und allenfalls bestückt werden. 


Im Frühling, wenn der Schnee schmilzt, ist die richtige Zeit, die Hochsitze zu kontrollieren und eventuelle Reparaturen zu planen und durchzuführen. Auch werden nun die Bäume und Sträucher im Schuss-Umfeld geschnitten. Die vorhandenen Kirrungen sollten kontrolliert sowie von Unrat befreit werden. Vielleicht gibt es irgendwo einen günstiger geeigneten Platz für eine Kirrung. Stehen dem Wild genug Mineral- und Salzlecken zur Verfügung? Nach dem strengen Winter ist für die Tiere die Aufnahme von Mineralstoffen wichtig.


Im späten Frühling und zu Beginn des Sommers steht bei den Landwirten oft das Mähen von Feldern auf dem Programm. Damit junge Rehe dabei nicht zu Schaden kommen, sollten die Äcker unmittelbar vor dem Mähen kontrolliert werden. Landwirte sollten darauf sensibilisiert werden. Eine Zusammenarbeit zwischen Jägern und Landwirtschaft ist unabdingbar. Die Mähsaison ist aber auch jene Zeit, in der die Jäger vorsorgen und Heu für die Fütterungen im nächsten Winter besorgen sollten.


Im Hochsommer diktiert wiederum das Wetter einen grossen Teil der Revierpflege. Hat das Wild im Revier genügend Wasser zur Verfügung, gibt es feuchte Suhlen? Ein weiterer Punkt bei der Revierpflege ist der Schutz von jungen Bäumen. Für diesen sorgen aber meist nicht die Jäger, sondern die Eigentümer der Grundstücke im Revier. Nach den heissen Monaten kommt der Herbst und die nächste Jagdsaison beginnt. Es ist nun die letzte Gelegenheit, Futter für den Winter einzulagern.

Abstimmung und Zusammenarbeit sind wichtig


Bereits bei der Planung der Revierpflege sollte stets im Auge behalten werden, wer denn für was genau zuständig ist und ob eine Zustimmung einer Person oder einer Behörde eingeholt werden muss. Wenn es etwa um die Kontrolle und die Bestückung der Fütterungen für das Wild im Winter geht, sollten die zuständigen Wildhüter oder die kantonalen Jagdbehörde kontaktiert werden. Geht es um die Planung oder Reparatur von Hochsitzen und dergleichen, betrifft dies auch den Grundstückseigentümer. Besitzer des Waldes kann der Staat, also der Kanton, die Gemeinde oder eine Privatperson sein. Je nach Besitzverhältnisse kann im Einzelfall die Kontaktaufnahme mit dem Förster reichen. Handelt es sich um Staatswald, gibt es eine kantonale Behörde, die weiterhelfen kann.


Bei privaten Waldeigentümern ist eine rechtzeitige Kontaktaufnahme besonders wichtig. Wer die Eigentümer sind, ist an Orten, wo die Revierjagd ausgeübt wird, oftmals klar. Der Jagdpächter weiss im Normalfall, wem der Wald im Revier gehört, in welchem er die Jagd ausübt. Anders sieht es in jenen Kantonen aus, in denen es die Patentjagd gibt. Dort dürfen die Jäger grundsätzlich im ganzen Kanton jagen und es ist nicht immer klar, wer der Besitzer von welchem Teil des Waldes ist.